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Eurythmie

Wenn es plötzlich „Ruck“ macht...

Festsaal der Schule
Festsaal der Schule
Warum Menschen in Deutschland Waldorflehrer werden und die Kunst der Erziehung praktizieren

„Der BundesprĂ€sident hat von einem ĂŒberfĂ€lligen ‚Ruck‘ gesprochen, der durch die Bildungslandschaft gehen mĂŒsse.“ Sven Uwe Kerschenbaum lehnt sich zurĂŒck und schaut seine GesprĂ€chspartnerin an:

„Du hast recht, Susanne, den ‚Ruck‘ könnten wir auch gebrauchen. Wie geht’s weiter bei uns?“

Sven Uwe Kerschenbaum und Susanne Lohmeyer sitzen im CafĂ© am Stuttgarter Schlossplatz. Sven hat gerade sein Philologiestudium beendet und sucht eine Anstellung als Lehrer. Schwierig in den Zeiten der Sparkommissare. Susanne ist eine junge Ingenieurin in einem Auto-Konzern, wĂŒrde aber gern viel kreativer als bisher mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Sven greift zu einer Wirtschaftszeitung, entdeckt einen Artikel ĂŒber Berufsberatung.

„Hör‘ mal, welche FĂ€higkeiten von jungen Leuten heute fĂŒr die Berufswelt von morgen erwartet werden: Soziale Kompetenz, kreativer Umgang mit Wissen, Initiative, Denken in ZusammenhĂ€ngen, WillensstĂ€rke, Persönlichkeitsbildung.“

„Hört sich gut an“, meint Susanne, „aber wo gibt es eine Firma, in der ich das realisieren kann – bei dem engen Arbeitsmarkt?“

Wenn es plötzlich „Ruck“ macht...

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Ja, gibt es so eine „Firma“ mit einem solchen fortschrittlichen sozialen, pĂ€dagogischen und geistigen Leistungsprofil, die sich den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft stellt – und auch noch ArbeitsplĂ€tze schafft? Es gibt sie. Die „Firma“ trĂ€gt den Namen Waldorf. Das „Modell Waldorf“ ist in diesem Jahrhundert weltweit eine beispiellose Erfolgsgeschichte der Kunst der Erziehung, fĂŒr Kinder, Jugendliche, Eltern – und Lehrer. Zahlen sagen nicht alles, verdeutlichen aber den gesellschaftspolitischen Stellenwert der „Firma“ Waldorf und ihre soziale und pĂ€dagogische AttraktivitĂ€t: „204 Waldorfschulen in Deutschland, weltweit sind es fast 1000. Zahlreiche LehrerbildungsstĂ€tten an Freien Hochschulen in Deutschland bilden seit ĂŒber 70 Jahren Abertausende von Waldorflehrern aus. Zur Zeit gibt es allein in der Bundesrepublik ĂŒber 7000 Waldorflehrer – und jĂ€hrlich kommen viele neue hinzu. Die Waldorfschule ist ein moderner Reformmotor in Sachen Bildung: Viele der heute aktuellen ReformplĂ€ne fĂŒr die staatliche Lehrerbildung finden ihr Vorbild in den innovativen Lehrerbildungsmethoden der WaldorfpĂ€dagogik, andere aus gutem Grund nicht.

Welche Motivation haben Menschen, Waldorflehrer zu werden, entweder nach ihrer Ausbildung oder aus dem erlernten und praktizierten Beruf heraus auf ein Waldorfseminar zu gehen? Es ist der Wunsch sich selbst zum Erzieher zu befĂ€higen, sich auf neue und ungewohnte Erfahrungen einzulassen, Verantwortung zu ĂŒbernehmen und die Gretchenfrage unserer Zeit zu benennen: