„Freie“ Waldorfschulen
In Deutschland bilden die Waldorfschulen die größte von Kirche und Staat unabhängige Schulform. Es gibt mehr als 200 Waldorfschulen. Jede Schule ist eigenständig und selbstverantwortlich – bis in den Lehrplan hinein. Es gibt einen allgemein gehaltenen und auf die Altersstufen abgestimmten „Waldorflehrplan“, aber seine individuelle Ausgestaltung obliegt jeder Schule und jedem Lehrer in eigener Verantwortung.Die deutschen Waldorfschulen haben sich im „Bund der Freien Waldorfschulen“ als Dachorganisation zusammengeschlossen.
Waldorfschulen weltweit
Der von Rudolf Steiner entwickelte pädagogische Ansatz ist auf der ganzen Welt in den unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Umfeldern unter zum Teil schwierigsten Bedingungen umgesetzt worden – so zum Beispiel im Elend der Favelas, den Großstadt-Slums in Brasilien, in den gemischt-rassigen Township-Schulen unter der Apartheidpolitik Südafrikas, im palästinensischen Lageralltag des Gaza-Streifens und sogar in den Kriegswirren des Balkans.
Weltweit gibt es nun ca. 1000 Waldorfschulen und zahlreiche weitere Gründungsinitiativen.
Leitgedanken
- Waldorfschulen stehen allen Kindern offen – unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht und Einkommen der Eltern.
- Der ganzheitliche Ansatz der Waldorfpädagogik beginnt im Kindergarten.
- Die Methoden des Lehrens und die Lerninhalte richten sich nach den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen.
- Waldorfschulen sind weder staatlichen Planungen noch Wirtschaftsinteressen verpflichtet.
- Waldorfschulen wollen die Fähigkeiten der Kinder entwickeln. Sie treffen keine Auslese. Es gibt kein Sitzenbleiben, wohl aber Leistungsanforderungen.
- Schulzeit an der Waldorfschule ist der Teil der Biographie, in dem lebenslanges Lernen angelegt wird.
- Waldorfschulen sind keine Weltanschauungsschulen.
- Im Wesen der Waldorfpädagogik liegt begründet, dass sie sich stets weiterentwickelt.
- Lehrer und Eltern arbeiten im Sinne einer gemeinsamen Erziehung eng zusammen
Pädagogische Ziele
- Die Waldorfschule will Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf breiter Grundlage entwickeln, so dass die jungen Menschen den sich wandelnden Anforderungen der Gesellschaft und der spezialisierten Berufswelt gewachsen sind und sich selbst darin weiter entwickeln können.
- Initiativkraft und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt wecken und schulen.
- die Schüler anleiten und ermutigen, individuell zu urteilen und selbstbestimmt zu handeln.
Pädagogische Mittel
- Der Waldorf-Lehrplan orientiert sich an den Entwicklungsstufen der Schüler und ermöglicht es, die Kinder in einer festen Klassengemeinschaft durch zwölf Schuljahre hindurch zuführen.
- Geistige, seelische und körperliche Fähigkeiten werden dem jeweiligen Alter entsprechend ausgebildet.
- Die Lehrer sind bemüht, verstandesmäßige, kreative, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten der Schüler in gleicher Weise zu entwickeln: Kopf, Herz und Hand werden gleichgewichtig angesprochen.
- Die Vielfalt der Fächer vermittelt den Kindern und Jugendlichen eine breite Allgemeinbildung.
- Waldorflehrerinnen und –lehrer begleiten die Schüler über eine möglichst lange Zeit, um sie aus der Kenntnis ihrer individuellen Entwicklung heraus fördern zu können.
- Therapeutische und lernfördernde Maßnahmen helfen im Einzelfall.