unsere schule
Klassenfahrten

Klasse 12

Die Studienfahrt

Die Abschlussfahrt ist an allen Waldorfschulen neben dem Klassenspiel und dem Künstlerischen Abschluss ein fester pädagogischer Bestandteil der 12. Klasse.
Welche Bedeutung haben Klassenfahrten? – Nun, diese Frage darf man sich unter pädagogischen Gesichtspunkten genauso stellen, wie die Frage nach dem Schwerpunkt. ( Kunst/Kulturfahrt? Sozialprojekt? Sportfahrt?
Ist es vielleicht möglich, wenn man diese beiden Fragen geklärt hat, gewisse Qualitätsstandards für eine Klassenfahrt abzuleiten?

Indem ich Ihnen nun einen kleinen Einblick in die im vergangenen Oktober stattgefundene Fahrt mit der 12. Klasse gebe, kann ich Ihnen diese Fragen zwar nicht beantworten, aber eine Möglichkeit vorstellen, wie eine Klassenfahrt aussehen kann.

Die Vorbereitung

Der pädagogische Aspekt

Etwa ein Jahr vor der Fahrt wurde die Klasse aufgefordert, sich Gedanken über das Reiseziel zu machen. Grundsätzlich bestand die Möglichkeit eigene Reisewünsche zu formulieren. Die Klasse entschied sich jedoch dafür, den von Herrn Richter gemachten Vorschlag, an den Golf von Neapel zu fahren, aufzugreifen.
Kurz vor den Osterfeien, als rund ein halbes Jahr vor Antritt der Reise wurden die Schüler aufgefordert sich aus einer Liste ,die auf die Sehenswürdigkeit abgestimmt war, ein Thema herauszusuchen und dies in Form einer Hausarbeit zu bearbeiten. Jede Hausarbeit musste so verfasst sein, dass sie später vor Ort auch als Referatsmanuskript dienen konnte.

Der finanzielle Aspekt

Schon in der 8.Klasse ist ein Sparkonto für und von den Schülern eingerichtet worden, mit einem monatlichen Sparbeitrag. Eine Schülerin übernahm die Verantwortung das Konto zu verwalten , was sich oft als Herausforderung dargestellt hat. Eine weitere Aufgabe war die Dokumentation der Zahlungsrückstände. Verwendet wurde das Geld später um Museumsbesuche und die Transferkosten abzudecken.
Die Kosten für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung haben die Eltern getragen.

Der rechtliche Aspekt

Zwei Monate vor Reiseantritt wurden die Schüler über ihre Pflichten und Rechte während des Aufenthaltes aufgeklärt. Dies geschah in Form eines von Lehrerseite ausgearbeiteten Vertrages. Dieser wurde schließlich von den volljährigen Schülern und von den Eltern unterschrieben. Die Schüler wurden deutlich auf die Konsequenzen bei Zuwiderhandlung hingewiesen.

Die Reise

 

Nachdem die Bahnreise nach Neapel recht problemlos verlief und das Beziehen der Quartiere beendet war, wurden die Schüler über das Programm der nächsten Tage informiert. Somit erfuhren die Schüler auch wann sie ihr Referat halten sollten.
Nach einer Erkundung der Gegend und damit verbunden der Möglichkeit uns zu Akklimatisieren begannen am folgenden Tag die Exkursionen.
Damit Sie einen möglichst guten Eindruck von den Inhalten der Fahrt bekommen, stelle ich Ihnen nun unsere unternommenen Exkursionen zu den folgenden Sehenswürdigkeiten vor:

* Amalfi /Positano - Stadtgeschichte, Dom von Amalfi
* Neapel - Stadtgeschichte, Castel Nuovo, Galleria Umberto
* Pompeji - Stadtgeschichte, das Forum, die Basilika, Isis Tempel
* Capri - Villa Jovis, Bodenmajolika San Michele
* Vesuv - die Geschichte des Vesuv, Geographie, Geologie
* Pozzuoli - Stadtgeschichte, das Phänomen der Sofatarafelder
* Sorrent - Stadtgeschichte, Sedile Dominova
* Ravello - Stadtgeschichte, Villa Cimbrone, Palazzo Ruffolo
* San Gimignano - Stadtgeschichte, Dom, Geschlechtertürme
* Andere Themen -
                          o die Entwicklung der Mafia
                          o die Küche Kampaniens

Die Schüler haben sich schriftlich mit ihrem Thema auseinandergesetzt, eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte diente als Vorlage für das zu haltende Referat.
Diese aktive Mitarbeit am kulturellen Teil der Fahrt vermittelte nicht nur einen Wissenshintergrund, sondern forderte auch die gemeinschaftliche Verantwortung für die Gestaltung. Die Lehrer ergänzen gegebenenfalls die Ausführungen der Schüler und lähmen den Wahrnehmungsprozess nicht durch „Dauermonologe“.

Abschließend möchte ich nochmals auf die Ausgangsfrage eingehen, der Frage nach der Bedeutung und dem pädagogischen Hintergrund unserer Klassenfahrt.
Bei dem Programmplan war es mir besonders wichtig, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einem Kulturprogramm und dem durchaus berechtigten Anliegen der Schüler- einer eigenverantwortlichen, individuellen Gestaltung - besteht.
Julian Richter

Zurück