Eine Waldorfschule für Mülheim

In den späten 1970er Jahren wurde der Zulauf zur Freien Waldorfschule in Essen aus den westlichen Nachbarstädten so groß, dass das dortige Kollegium die Initiative ergriff, in Mülheim an der Ruhr oder Duisburg eine neue Waldorfschule  zu gründen.

Mit Anna Sophia Bäuerle war auch schon bald eine geeignete Gründungslehrerin gefunden: Nach über 30-jähriger Tätigkeit an der Freien Waldorfschule in Marburg verfügte sie über einen reichen Erfahrungsschatz und viele Kontakte zu Menschen, die sie dann für eine Mitarbeit an diesem Projekt begeisterte. So konnte bereits im Schuljahr 1982/83 eine erste Klasse der Mülheimer Waldorfschule ihre Arbeit aufnehmen – zunächst noch zu Gast in den Räumen der Essener „Patenschule”.

Im August 1983 kam es dann mit der Aufnahme einer neuen ersten Klasse und zusätzlich einer 3., 4. und 5. Klasse zum eigentlichen Gründungsmoment in Mülheim an der Ruhr. Während die Schule nun jährlich um eine Klasse wuchs, wurden die Räume in der von der Stadt Mülheim angemieteten ehemaligen Volksschule Selbeck immer enger; deshalb hatte auch schon gleich zu Beginn ein Bauausschuss die Arbeit aufgenommen. Im Frühjahr 1986 kam es dann auf dem Gelände an der Blumendeller Straße (das von der Stadt Mülheim zu günstigen Konditionen erworben wurde) zum ersten Spatenstich für den Schulneubau. In nur 17 Monaten Bauzeit entstand hier ein neues, auf die pädagogische Arbeit abgestimmtes Haus, das alle für eine Waldorfschule notwendigen Bereiche umfasste – neben den Unterrichtsräumen für alle Fächer bis in die 13. Klasse hinauf auch eine Turnhalle, Räume für den Werk- und den Gartenbaubereich sowie einen Festsaal.

Mit dem Einzug in das neue Schulhaus im Sommer 1987 war auch die oberste Klasse, die 1983 als 5. begonnen hatte, zu einer 9. geworden und hatte damit den Aufbau der Oberstufe eingeläutet. Die nächsten Jahre waren geprägt sowohl von der Fertigstellung des Innenausbaus unseres Schulhauses als auch vom Aufbau unserer Oberstufe. Von Jahr zu Jahr wuchs das Kollegium, bis alle Fachrichtungen vertreten waren. Klassenspiele und Praktika, Fragen der Abschlüsse einschließlich des Abiturs mussten ins Auge gefasst, durchdacht, geplant und schließlich erstmalig durchgeführt werden. Und als im Jahre 1993 das zehnjährige Bestehen der Schule gefeiert wurde, konnte sich die Schule bereits als vollständig ausgebaut präsentieren. Die ersten Jahrgänge hatten unsere Schule mit dem Waldorfschulabschluss und zusätzlich mit der Fachoberschulreife bzw. dem Abitur verlassen.