Klassen- und Fachlehrer

Das Kollegium einer Waldorfschule setzt sich aus unterschiedlichen Lehrergruppen zusammen: Klassenlehrer für die Klassen eins bis acht, Fachlehrer für die Fächer Musik, Handarbeit, Religion, Englisch, Französisch, Eurythmie, Sport, Fachlehrer für den Haupt- und Fachunterricht in der Oberstufe.

Wichtige Voraussetzung für die Arbeit eines Waldorflehrers ist seine Bereitschaft, sich ständig weiter zu entwickeln. Walter Riethmüller, Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart, bringt es auf den Punkt: “In wenigen Berufen wird man so stark im Leben gewalkt, es gibt keinen Anflug von Routine. Jeder Tag läuft volles Risiko. Denn das wichtigste Curriculum des Lehrers ist seine Persönlichkeit.”

Klassenlehrer

Das ist eine Besonderheit der Waldorfschule: Der Klassenlehrer unterrichtet seine Klasse nach Möglichkeit über acht Jahre im so genannten Hauptunterricht. Je nach Fächerschwerpunkt übernimmt er auch Fachunterricht in seiner eigenen oder in anderen Klassen. Der Klassenlehrer unterrichtet seine Schüler jeden Morgen von acht bis zehn Uhr. Über Jahre wird so eine intensive Verbindung hergestellt, die ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen sowohl bei den Schülern, aber auch bei den Eltern und dem Lehrer selbst aufbaut. Der Unterrichtsstoff wird in Epochen von drei bis vier Wochen über das Schuljahr aufgeteilt, in denen das Lernen auf jeweils ein Fach konzentriert wird. Jeden Morgen beginnt der Hauptunterricht mit einem rhythmischen Teil und geht dann zum gestalteten Lernen über: die Schüler nehmen den Stoff auf, “verdauen”, wiederholen, üben und vertiefen ihn während einer Epoche.

Fachlehrer

Die Fachlehrer unterrichten die Schüler im Anschluss an den Hauptunterricht. Während in den ersten beiden Stunden die Klasse zusammen bleibt, wird sie im folgenden Fachunterricht in Gruppen aufgeteilt, wenn die Klassenstärke größer als 25 ist.