Landbaupraktikum

Ein Bericht von Ella Posny, 10. Klasse 2012

An unserer Schule ist es Tradition und Teil des Lehrplans, dass alle Schüler in der 9. Klasse ein ca. zweiwöchiges Praktikum auf einem Bio-Bauernhof der Region machen, das sogenannte Landbaupraktikum.

Hierbei geht es vor allem darum, dass die Schüler die verschiedenen Aspekte der Landwirtschaft kennenlernen, die keineswegs nur aus Tiere füttern und Feld bestellen bestehen.

Wozu das, fragen sich vielleicht einige, auch unter den Schülern, doch sollte es nicht normal sein, dass wir wissen woher unser Mittagessen, unsere Kleidung und alles was damit zusammenhängt wirklich kommt?

Unser Landbaupraktikum im Sommer 2011 wurde von uns allen mit gemischten Gefühlen erwartet.
Andere Klassen, die es bereits hinter sich hatten, erzählten viele unterschiedliche Dinge, die nicht immer nur positiv waren, wie anstrengend z.B. die Arbeit auf dem Feld sei.
Wir sagten uns jedoch, es könne nicht völlig schiefgehen, da wir immerhin alle zusammen sein würden.


Am Hof Fahrenscheidt, dem Ort, an dem wir übernachten sollten, wurden wir über die grundlegenden Bedingungen der nächsten Tage informiert.

Alle Schüler wurden in kleine Arbeitsgruppen eingeteilt, die alle paar Tage eine neue Aufgabe bekommen sollten: Hofgruppe, Feldgruppe, Baugruppe, Waldgruppe und Küchengruppe. So hatten alle Schüler die Möglichkeit, alle Bereiche kennen zu lernen.

Die darauf folgenden Tage waren für uns alle eine Überraschung. Zwar war die Arbeit anstrengend – was auch mit dem frühen Aufstehen am Morgen zu tun hatte – doch war auch immer der Spaß mit dabei.

In der Hofgruppe lernten wir den Alltag am Hof selbst kennen, der natürlich auch aus Tiere füttern bestand, doch auch aus Dingen, die nun mal erledigt werden müssen wie zum Beispiel das Aufräumen der Werkzeuge. Hier erfuhren wir auch, was ein gutes und richtiges Timing für einen Hof bedeutet. Wird zum Beispiel das Heu nicht zur richtigen Zeit getrocknet, kann es am nächsten Tag schon zu spät dafür sein.

In der Feldgruppe trennten wir das Unkraut vom Gemüse, in der Waldgruppe sollten wir kleine Bäume, von Sträuchern befreien, die drohten ihnen das Licht und die notwendige Nahrung zu nehmen.

Hier wurde schnell klar, dass ein Bauer nicht bloß für seinen Hof und die dazugehörige Ackerfläche zuständig ist, sondern auch für das Umland.

Die Baugruppe baute unter Anleitung eines Betreuers einen Auslauf für den Schweinestall und die Küchengruppe war für das leibliche Wohl der ganzen Gruppe verantwortlich.

Jede Arbeit hatte einerseits Vorzüge und andererseits Nachteile, doch immer war es trotz aller Anstrengung lustig, da auch die Betreuer locker mit uns umgingen und für Spaß zu haben waren. Abends, nach der Arbeit, sollten wir in einer Art Arbeitstagebuch die Erlebnisse des vorangegangenen Tages festhalten. Dieser Prozess wurde am letzten Tag mit einem Praktikumsbericht abgeschlossen, der eine Zusammenfassung der Erlebnisse und Erfahrungen sein sollte.

Diese zwei Wochen waren für uns alle eine wertvolle und schöne Erfahrung, die uns den Umgang mit unserer Umwelt und unserer Nahrung bewusster gemacht hat. Wir können auf eine schöne – wenn auch anstrengende – Zeit zurückblicken, die uns alle etwas näher zusammengebracht hat.