Klassenspiel 8. Klasse

Interview mit Klassenlehrer Matthias Kusenberg

Lina Heise führte 2012 im Rahmen ihrer Jahresarbeit ein Interview mit Matthias Kusenberg über die Theaterarbeit mit seiner 8. Klasse.

Beschreiben Sie einmal die Klassenspielzeit, die sie jetzt hinter sich haben?
Es war eine unglaublich intensive Zeit, für alle Beteiligten, für die Kinder wie auch für mich natürlich. Unterm Strich total schön, aber es war auch ein unglaublicher Lernprozess. Die Kinder haben sehr viel dazu gelernt und ich fand das toll, dass sie angebissen haben auf ein ernsteres Thema. Es ging ja immerhin um Vertreibung und nicht nur reine Komödie, wenn auch natürlich Humor drinsteckte, aber das hat die Klasse eben unglaublich toll aufgegriffen. Und was vor allem total Spaß gemacht hat, war das Singen.

So ein Musical ist bestimmt auch eine besondere Herausforderung für die Schüler, wie hat das geklappt?
Also ich hatte zuerst mal die Begleitung der Lieder mit der Gitarre ausgeknobelt und wir haben sie erst mal in der Klasse gesungen. Zunächst mal waren die Schüler noch ein bisschen scheu und haben sich ein bisschen geschämt, aber das wurde immer weniger und als dann hinterher die Instrumente dazu kamen, war der Bann völlig gebrochen und dann haben sie gesungen „wie die Götter“. Das Tolle ist, man kann eben auch über die Zeit, in der man nicht so gerne singt, mit so einer Aktion denen helfen, darüber hinwegzukommen und das Musikalische beizubehalten. Es ist ja auch die Zeit, wo man gerne sein Instrument an den Nagel hängt.

Hat die Klasse sich in der Zeit verändert?
Ja total, die Gemeinschaft ist viel besser geworden. Auf einmal treffen sich Leute, die sonst nie etwas miteinander zu tun hatten.

Haben sich auch einzelne Personen geändert?
Ja, einzelne Schüler, die sonst eher sperrig waren z.B. der Musik gegenüber oder überhaupt sich einzubringen in die Gemeinschaft, haben das dadurch ein Stück weit gelernt. Also das ist wirklich eine ganz tolle Erfahrung, die man da machen kann. Aber es war auch eine Menge Aufwand, das muss man schon sagen. Dieses ganze Bühnenbild und dieses ganze Drum und Dran und dann waren auch noch Gebühren zu bezahlen für die Aufführung, das wusste ich gar nicht vorher. Also, es war auch schon mit ganz schönen Widernissen, also nicht nur locker, sondern zwischendurch auch echt Arbeit, ein bisschen zu viel, manchmal. Aber da sind wir gut durchgekommen und unterm Strich war es super.

Sind Sie jetzt im Nachhinein froh, dass es vorbei ist, oder würden Sie gern nochmal spielen?
Doch, also die Schüler würden auch gerne nochmal spielen, gestern nach der Aufführung haben alle übereinstimmend gesagt, das ist eindeutig zu wenig, das nur einmal zu machen. Die würden alle lieber 5-mal spielen als 1-mal nur pro Besetzung.


Interview mit einer Schülerin der 8. Klasse

Wie fühlst du dich nachdem beide Auftritte vorbei sind?
Auf jeden Fall erleichtert, es hat total viel Spaß gemacht, alles.

Würdest du gerne nochmal Auftreten?
Ja eigentlich schon, es hat so viel Spaß gemacht.

Beschreibe einmal die Zeit, die du während des Klassenspiels erlebt hast.
Es hat die Klasse schon irgendwie zusammengeschweißt, es war auch teilweise sehr emotional und nervenaufreibend, aber dann gab es auch wieder Momente, wo man dachte, ja, es kann nur gut werden.

Hat deine Klasse sich in der Zeit verändert?
Ich glaube, wir sind alle so ein bisschen mehr zusammengewachsen.

Hast du dich in der Zeit verändert?
Ja, ich glaube schon, nicht nur ich, aber ich glaube, wir sind alle an der Aufgabe auch gewachsen.
(Eine Freundin fügte hinzu: „Sie ist offener geworden“)

Hat es sich im Nachhinein gelohnt, so viel Zeit für die Proben zu opfern?
Auf jeden Fall.

Was für ein Gefühl ist es, auf der Bühne zu stehen?
Es ist toll, wirklich toll, es macht viel Spaß.

Warst du sehr nervös?
Also am ersten Tag schon, heute, also am 2., ging es eigentlich.

Wie bist du mit deiner Nervosität auf der Bühne umgegangen?
Sie war im ersten Moment relativ stark, und dann fiel sie einfach so ab, weil es nur noch toll war.

Bist du froh, dass du das jetzt hinter dir hast?
Es ist schon schön, dass es geschafft ist, aber ich würde es schon gerne nochmal machen.

Denkst du, es hat sich durch das Klassenspiel sonst noch etwas verändert?
Ja, eigentlich die komplette Klassengemeinschaft, es ist einfach irgendwie ein Schritt nach vorne.

Wie hast du die Probenzeit empfunden?
Am Anfang waren wir natürlich sehr motiviert und je länger die Proben wurden, desto stressiger und langweiliger wurde es auch teilweise, weil man wirklich stundenlang nichts zu tun hatte. Unser Lehrer war natürlich auch gestresst, aber irgendwann so gegen Ende hat sich einfach alles aufgebaut und jetzt durch die Aufführung wieder alles entspannt.

Wie ist das Verhältnis zu eurem Klassenlehrer auch im Hinblick auf die Klassenspielzeit?
Ich glaube, bei uns ist das Verhältnis ganz gut, klar gab es immer wieder kleine Auseinandersetzungen […] aber das hat sich alles wieder gelegt.